Wie sind eigentlich Lapphunde.....

...ihr Leben als "Hütehund "ist auch bei uns noch sehr stark geprägt . Sie lieben es mit ihrer Familie zusammen zu sein und nicht gerne alleine bleiben wollen. Es sei denn es finden sich noch andere Artgenossen. Sie sind großartig und sehr sozial im Umgang mit Kindern und akzeptieren diese auch im Säuglingsalter schon sehr gut (ist halt ein Hütehund). Auch als Therapiehund sind sie hervorragend geeignet. Lappis sind lern und wissbegierig, meist leicht zu trainieren aber auch "abgeklärt" und raffiniert genug zu unterscheiden ob ein Kommando wirklich befolgt werden muß. Daher bedürfen Sie auch einer guten Führung, die aber niemals hart sein sollte. Sie sind in vielen Dingen sensibel was laute Worte von ihrem Besitzer angeht , schreien oder änliches mögen Sie gar nicht und bewirkt oft das Gegenteil was damit erreicht werden soll. Sie lieben es einfach einem zu Gefallen...in jeder Lebenslage und möglichst viel an unserem Leben teilzunehmen. Sie sind nicht aggressiv und verhalten sich meist ruhig. Oft wird ihnen eine "Bellfreudigkeit" angedichtet. Wenn sie bellen hat es einen Grund. Im Welpenalter kann man ihnen schnell vermitteln wann man es nicht möchte. Sie sind unerschrocken wenn es darum geht ihr "Rudel" zu verteidigen, wenn sie es für nötig halten...jeder hat da seine ganz eigene Persönlichkeit. Schön ist auch das sie oft relativ alt werden können, 15 Jahre und älter ist nicht sehr ungewöhnlich. Dies liegt bestimmt auch daran das die Zuchtbedingungen bei ihnen seit Jahren gut kontrolliert werden. Das heißt jeder Zuchthund hat vorher eine HD Untersuchung und eine Augenuntersuchung(PRA/PRCD) um Probleme frühzeitig ausschließen zu können. Mittlerweile wird auch immer öfter bei Ihnen ein Optigentest gemacht. Dank guter Zuchten gibt es kaum Erbkrankheiten, Allergien oder Fell/Hautprobleme und wir dürfen mit ihnen unbeschwert viele schöne Jahre verbringen.

Geschichte 

In Lappland, den nördlichen Regionen Norwegens, Schwedens und Finnlands, haben die Samen jahrhundertelang einen Hundetyp gezüchtet, der ihnen in früherer Zeit bei der Jagd auf Rentiere, später beim Treiben und Hüten der Rentierherden ein unentbehrlicher Helfer war. Dabei selektierten die Samen auf Gebrauchstüchtigkeit unter arktischen Bedingungen. Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß jedes Dorf seinen eigenen Hundetyp entwickelte. Erst die Bemühungen im 20. Jahrhundert, die Lapphunde zu standardisieren, förderten die Entstehung von unterschiedlichen Rassen. Da sich die Vertreter Schwedens und Finnlands nach der Erfassung des Hundebestandes nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen konnten, entstanden durch divergierende Zuchtbestrebungen im Laufe der Zeit der Finnische Lapplandshund (Lapinkoira) und der Schwedische Lapphund. Beide Rassen sind sich zwar sehr ähnlich, dürfen aber nicht miteinander gekreuzt werden. Während in Schweden die Bemühungen um den Lapphund schon weiter fortgeschritten war, entwickelte sich die Erfassung und Standardisierung des Lapinkoira in Finnland nur zögerlich. Zwar wurde um 1940 mit der Reinzucht begonnen, jedoch mußte man um 1970 feststellen, daß die bisher registrierten Hunde nicht den Arbeitslinien der Samen angehörten. Ein Register beim finnischen Kennelklub wurde für die eigentlichen Rentierhütehunde geöffnet.

Verwendung 

In seiner Heimat wird der Lapinkoira kaum noch als Hütehund für Rentiere, Schafe und Rinder eingesetzt. Auch in der Rentierhaltung hat die Technik Einzug gehalten, so daß der Lapinkoira weitgehend vom Motorschlitten und Jeep verdrängt wurde. Sein attraktives Äußeres verhalf ihm jedoch wieder zu wachsender Beliebtheit, diesmal vorwiegend als Haus- und Familienhund. Aufgrund mangelnder Hütemöglichkeiten und Haltung in Familienhaushalten, ist es notwendig, die Fähigkeiten des Lapinkoiras auf andere Betätigungsfelder zu lenken, wie z. B. Rettungshund, Obedience u.ä., damit der Hund geistig und körperlich beschäftigt ist.

Standard 

Der Lapinkoira ist ein typischer nordischer Spitz mit langem, dichtem doppeltem Fell, spitzen Ohren und normalerweise über dem Rücken gerollter Rute. Er ist kräftig gebaut, etwas länger als hoch. Der Kopf ist ausdrucksvoll, bei Rüden kräftiger als bei Hündinnen. Der Nasenschwamm ist schwarz, die Lefzen anliegend. Die Augen sollen dunkel sein. Der finnische Standard erlaubt vorläufig noch sich nach vorne neigende Ohrspitzen. Der Knochenbau ist kräftig und stark. Das Fell ist üppig, besonders bei Rüden. Das Deckhaar lang und rauh, die Unterwolle dicht und weich. Es sind alle Farben erlaubt; die Hauptfarbe soll dominieren. Farblich abweichende Abzeichen sind an Kopf, Hals, Brust, Läufen und Rutenspitze erlaubt.

Eigenschaften 

Der Lapinkoira hat ein freundliches und ausgeglichenes Wesen. Lernwillig und treu hängt er an seiner Familie, die er am liebsten bei allen Aktivitäten begleitet. Hündinnen sind von Wesen oft sanfter als Rüden. Auch wenn die Haltung in der Wohnung unproblematisch ist, hält sich der Lapinkoira gerne im Freien auf, wo er seine Wachhundeigenschaften entwickeln kann. Bellend wird er seinem Besitzer Veränderungen melden, Besucher werden aber freundlich willkommen geheißen. Extremen Wetterbedingungen seiner Heimat angepaßt, verlangt es den Lapinkoira auch bei Sturm und Kälte nach Bewegung im Freien. Für eine sportliche Familie, die Wind und Wetter nicht scheut, ist er ein idealer Begleiter auch ohne Leine, da sein Jagdinstinkt nur schwach ausgebildet ist. Trotz seines dichten üppigen Fells braucht der Lapinkoira nur wenig Fellpflege. Regelmäßiges Kämmen und Bürsten reichen aus, auch während des zweimaligen Fellwechsels pro Jahr.

Rassestandard


FCI-Standard-Nr. 189 / 12.03.1999 / D

Finnischer Lapphund (Suomenlapinkoira)

Übersetzung: durch Dr. J.-M. Paschoud un Frau R. Binder-Gresly an den neuen Text angepasst.

Ursprung: Finnland

Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes: 12.03.1999

Verwendung: Früher ein Hüte- und Wachhund, gezüchtet um an den Rentieren zu arbeiten und sie zu hüten. Heute auch ein beliebter Begleithund.

Klassifikation FCI:
Gruppe 5, Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 3, Nordische Wach- und Hütehunde
ohne Arbeitsprüfung.

Kurzer geschichtlicher Abriss

Seit Jahrhunderten haben die Lappländer in Fennoskandien und in den nördlichen Gebieten von Russland Hunde vom gleichen Typ wie der des finnischen Lapphundes zum Hüten und Bewachen der Rentiere verwendet. Für diese Hunde verfasste im Jahre 1945 der Finnische Kennel Club den ersten Standard des lappländischen Hütehundes. Im Jahre 1967 wurde der Name in Lapphund umgeändert. Während der 70er Jahre festigten sich der Typ und das Erscheinungsbild der Rasse und der Standard wurde mehrmals bearbeitet. Im Jahre 1993 wurde der Name der Rasse noch einmal in Finnischer Lapphund umgeändert. Der Typ der Rasse hat sich in kurzer Zeit gefestigt und heute ist diese Rasse hauptsächlich als Haushund und als Hund für Liebhaber in ganz Finnland sehr verbreitet.

Allgemeines Erscheinungsbild

Kleiner als mittelgroß; Gebäudeverhältnisse passend zur Größe, etwas länger als die Höhe am Widerrist. Langes und dichtes Fell, stechende Augen.

Wichtige Proportionen

Die Tiefe des Körpers ist etwas weniger als die Hälfte der Höhe am Widerrist. Die Schnauze ist etwas länger als der Schädel. Der Schädel ist etwas länger als breit, die Tiefe ist die selbe wie die Breite.

Verhalten/Charakter (Wesen)

Klug, mutig, ruhig und lernwillig. Freundlich und treu.

Kopf

Streng in der Außenlinie, eher breit.

Oberkopf

Schädel Breit, leicht spitz zulaufend. Die Stirn ist leicht gewölbt. Der Absatz zur Schnauze ist deutlich erkennbar.

Stop Klar erkennbar.

Gesichtsschädel

Nasenspiegel Bevorzugt schwarz, jedoch passend zur Fellfarbe.

Schnauze Stark, breit und gerade; von oben und von vorne gleichmäßig, aber nur leicht spitz zulaufend.

Lefzen Fest anliegend.

Kiefer/Zähne Kräftiges Gebiß. Scherengebiß.

Wangen Klar definiert.

Augen Dunkelbraun, passend zur Fellfarbe, oval geschnitten. Der Ausdruck ist sanft und freundlich.

Ohren Mittelgroß, ganz aufrecht gestellt oder fast aufgestellt, sitzen gut auseinander, recht breit an der Basis, dreieckig in der Form und sehr aktiv.

Hals

Mittellang; kräftig und mit dichtem langem Haar.

Körper

Widerrist Muskulös und breit, leicht markiert.

Rücken Fest und gerade.

Lenden Kurz und muskulös.

Kruppe Von mittlerer Länge, gut entwickelt, nur leicht abfallend.

Brust Tief, recht lang, reicht fast bis zu den Ellenbogen, nicht sehr breit, die Rippen sind leicht gewölbt, die Vorbrust deutlich sichtbar, nicht sehr kräftig.

Untere Profillinie und Bauch Leicht hochgezogen.

Rute

Recht hoch angesetzt, mittellang, voll mit dichtem langem Haar. Die Form der Rute kann wie ein J sein. In der Bewegung wird die Rute über dem Rücken oder im Bogen auf der Seite getragen. In der Ruhe darf sie hängen.

Gliedmaßen

Vorderhand

Kraftvoll mit kräftigen Knochen. Von vorne gerade und parallel.

Schulter Leicht schräg.

Oberarm So lange wie das Schulterblatt. Der Winkel zwischen Schulter und Oberarm ist leicht offen.

Ellenbogen Sind leicht tiefer plaziert als der tiefste Punkt des Rippenbogens, zeigen nach hinten.

Vorderarme Recht kräftig, senkrecht.

Vordermittelfuß Flexibel.

Fesseln Von mittlerer Länge, leicht schräg.

Vorderfuß Gut gewölbt, mehr oval als rund, voll mit dichtem Haar. Die Pfoten sind elastisch und die Seiten voll mit dichtem Haar.

Hinterhand

Kräftig bemuskelt, kraftvoll, von hinten gerade und parallel. Die Winkelung ist deutlich, aber nicht zu kräftig.

Oberschenkel Von mittlerer Länge: recht kräftig mit gut entwickelten Muskeln.

Knie Nach vorne gerichtet, die Winkel sind klar definiert.

Unterschenkel Relativ lang und sehnig.

Sprunggelenk Mäßig nieder angesetzt, die Winkelung ist klar, jedoch nicht zu stark.

Metatarsus Relativ kurz, kräftig und senkrecht.

Hinterfüße Wie Vorderfüße. Wolfskrallen nicht erwünscht.

Gang/Bewegung

Mühelos, ohne Anstrengung. Wechselt leicht vom Trott zum Galopp, welcher die natürliche Fortbewegungsart darstellt. Die Beine bewegen sich parallel. In der Arbeit flink und schnell.

Haut

Überall fest, ohne Falten.

Fell

Haar

Dicht, besonders die Rüden haben eine füllige Mähne. Das Deckhaar ist glatt und hart. Am Kopf und an der Vorderseite der Beine ist das Fell kürzer. Die Unterwolle ist weich und dicht.

Farbe

Alle Farben sind erlaubt. Die Hauptfarbe muß dominieren. Andere Farben als die Hauptfarbe können an Kopf, Nacken, Körperunterseite, Beinen und Rute sein.

Größe

Widerristhöhe Ideale Höhe für Rüden: 49cm
Ideale Höhe für Hündinnen: 44cm
Mit einer Toleranz von jeweils ± 3cm
Typ ist wichtiger als Größe

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
º Rüden nicht männlich, Hündinnen nicht weiblich.
º Leichter Kopf.
º Ungenügender Stop.
º Hängeohren.
º Rute immer niederer als die Toplinie getragen.
º Mangelnde Unterwolle.
º Flach anliegendes Fell.
º Lockiges Deckhaar.
º Grundfarbe verschwommen.

Ausschließende Fehler
º Über- oder Unterbiß.
º Knickrute.

N.B.

Rüden sollen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden, voll herabgestiegen im Scrotum haben.

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